Adblocker… oder Selbstverteidigung im Internet

Viele Journalisten, Dienstleister und Internetseiten weisen darauf hin, wie böse Adblocker (Werbefilter im Browser) sind, da diese dafür sorgen, dass keine Werbung angezeigt wird und somit keine Erträge generiert werden können.

Andererseits sehe ich die Nutzung von Adblockern ganz einfach als Verteidigungsmaßnahme, gegen

  • Ausspionieren des Users (Rechner/Konfiguration, besuchte Seiten…)
  • nervtötende Werbung (wie Overlays, die sich nur schwer über winzigkleine Buttons, die manchmal schließen und manchmal maximieren bedeuten)
  • selbstabspielende Klänge (liebe Werber, ihr habt wohl einen Knall!)
  • Flash-Schrott, der den Rechner irgendwelche Filme, Anzeigen, Klänge machen lässt, die diesen dann ordentlich verlangsamen
  • etc.

Deshalb nutze ich auf allen Rechnern Adblocker, bei Firefox zusätzlich noch NoScript, Ghostery, Clookie Whitelist und Better Privacy.

Leider reicht das inzwischen nicht mehr, denn heise.de meldet “User-Tracking: Werbefirmen setzen bereits häufig “nicht-löschbare” Cookie-Nachfolger ein

Zum Glück wurde mir dann dieser Tweet in die Timeline gespült:

Habe ich nun gemacht. Und die Liste werde ich nach und nach erweitern…

Linkliste (16): GEW-Broschüre zur Homosexualität, Heartbleed und Open Source, Ostern, Journalismus und Recherche…

Heute, zu Ostern gibt es mal ein ganzes Potpourri von Themen… sogar eines zu Ostern ist dabei :-)

Linkliste (15): Autismus, Sicherheitsrisiko Staat, Homöopathie, Vorratsdatenspeicherung, Big Brother Awards…

Linkliste (12): Avast Toolbar, Laterpay, Inklusion, Same Day Delivery, Xing-Abmahnungen…

  • heise.de weist auf ein sehr fragwürdiges Feature der Avast Toolbar hin: “Avast-Toolbar mit Shopping-Spion” Die Toolbar scannt die aufgerufene Webseite und schickt diese an den Service Cuivo. Dass ein Virenscanner Datenschutzrecht verletzt, sollte zu denken geben… vielleicht nutzt ihr doch besser einen anderen.
  • Richard Gutjahr arbeitet seit kurzem mit einem Startup namens LaterPay zusammen, das ein neues MicroPayment-System für Inhalte im Internet entwickelt. Hierbei werden einzelne Artikel oder auch weiterführende Informationen zu Artikeln mit einer “Bezahlschranke” versehen. Allerdings hat man ein Rückgaberecht (das man nicht allzu oft nutzen sollte :-))
  • Raul Krauthausen hat einen tollen Artikel über Inklusion (und Homophobie) unter dem Titel “Mein ungutes Gefühl” geschrieben
  • In der t3n wurde eine spannende Meinung zum Thema Same Day Delivery veröffentlicht “Same-Day-Delivery-Hype: Lieber laufen lernen, bevor man zu rennen versucht“, die ich absolut teile.
  • Seit einiger Zeit werden Profile (von Freiberuflern und Selbständigen) bei Xing, die über kein Impressum verfügen, abgemahnt. Das Wall Street Journal hat einen Text dazu geschrieben.
  • RA Carsten Ulbricht ist davon überzeugt, dass die Abmahnungen bei Xing nicht gerechtfertigt sind und geht gegen eine solche vor. Sein Text dazu “Erste Abmahnungen wegen fehlendem Impressum bei XING – Rechtslage und Praxisempfehlung
  • Bei strafakte.de gibt’s unter dem Titel “Keine Freiheitsstrafe für gewaltlose Delikte? ” einen echt lesenswerten Artikel.
  • In Österreich schlägt das “Komitee zur Regelung des Schriftverkehrs” des Austrian Standards Institute in einem Entwurf für eine Überarbeitung der ÖNORM A 1080 (“Richtlinien für die Textgestaltung”) vor, das generische Maskulinum zur Norm zu machen. Beim sprachlog gibt es dazu zwei Artikel “Männer sind Norm, Frauen sind Ideologie” und “Der Mann als Norm“, in denen sehr klar erläutert wird, warum das generische Maskulinum eben nicht geschlechtergerecht ist – unbedingt lesen.
  • Bei Netzpiloten steht, warum z.B. fehlende Netzneutralität abgelehnt werden muss: “Netzneutralität: Zwei-Klassen-Internet als Nachteil für Start-ups
  • Peter Wilhelm vom bestatterblog hat meine Alte Heimat, Ostfriesland, und die Teezeremonie bzw. alles was mit Tee zusammenhängt, kennengelernt und ein, zwei schöne, amüsante Artikel darüber verfasst.

Linkliste (11): Jäger als Tierschützer, Passwortmanager, Piwik, Schleichwerbung…

  • Interessanter Artikel bei Ruhrbarone: “Klage: Jäger wollen Tierschützer sein
  • heise hat einen Artikel zu einer interessanten Passwortmanager-App “MobileSitter schützt Passwörter durch Lügen“. Der Clou ist, dass auch ein Passwort zurückgegeben wird, wenn das Masterpasswort falsch war. Das heißt, auch wenn ich mich falsch eingeloggt habe, bekomme ich ein Passwort zurück, dass ich ausprobieren muss, um zu merken, dass mein Masterpasswort falsch war. Mit einem Icon, das ich  mir bei der Einrichtung auswählen kann, sehe ich als Besitzer, ob ich ein richtiges oder falsches Passwort kriege.
  • Bei shoptags.de gibt es einen tollen (älteren) Artikel zu “Piwik im E-Commerce“. Piwik ist ein freies und datenschutzrechtlich unbedenkliches Tool zum Tracking von Seitenbesuchern. In dem verlinkten Artikel werden vielen Tipps gegeben, wie Piwik im E-Commerce, aber auch sonst, genutzt werden kann.
  • Mal was Anderes, für zwischendurch: ein superlecker klingendes Käsekuchen-Rezept (ich liebe Käsekuchen und backe eigentlich auch gern :-)) – Missi von himmelsblau.org “[Oh so yummy] Saftiger Käsekuchen
  • Ein schöner (wirklich!) Artikel beim marketing-blog.biz mit dem Titel “Erfolgreich bloggen!? Überlegen Sie sich das zweimal.” – unbedingt empfehlenswert! (\o/)
  • Noch einmal die Ruhrbarone “Blogs: Darum verdienen wir so wenig Geld mit Werbung” – es geht dabei um unseriöse Werbeangebote bzw. Schleichwerbung

Linkliste: Presseausweise, Einbetten fremder Inhalte, Porno- und Urheberrechtsfilter, Sochi-LGBT-Aktion…

Auch diese Woche gibt es ein paar Links von mir…

  • Bei Telemedicus gibt es aus aktuellem Anlass einen sehr interessanten Artikel zu Bloggern und Presseausweisen unter dem Titel “Darf der Bundestag von Bloggern einen Presseausweis verlangen?”
  • Im Sprachlog wird über eine interessante Idee sinniert, wie Wikipedia mehr Frauen als Autoren gewinnen will: Wikipedia und die starken Männer
  • Netzpolitik meldet, dass “YouTube-Videos einbetten künftig kostenpflichtig” werden können, zumindest wenn es nach Gema & Co. geht
    [Es wird wirklich Zeit, dass C3S startet und eine gewisse Relevanz erlangt]
  • heise.de meldet “Großbritannien will Whitelist für den nationalen Pornofilter” – zunächst bauen die einen Pornofilter und dann müssen die eine Whitelist nachliefern, weil – das wurde vorher diverse Male gesagt – reichlich legale Angebote geblockt würden; aber dieses konservative Gesumse ist ja bekanntermaßen lernresistent… *sigh*
  • Gerade hatten wir Porno-Zensur und jetzt werden Urheberrechtsverletzungen zensiert. golem.de schreibt “Antivirensoftware blockiert Urheberrechtverletzungen”, dass auch dort reichlich falscher Alarm dabei sein dürfte, ist klar…
  • In der t3n gibt es einen guten Kommentar mit dem Titel “GEMA und LG Köln zum Urheberrecht: Deutschland, es reicht! [Kommentar]“
  • DanielaKayB macht eine Aktion gegen das Verschweigen bzw. Ignorieren der Homophobie in Russland durch das IOC und NOK sowie der Medien: es wird ein Umhängetuch/Schal in Regenbogenfarben gestrickt und unter allen, die während der Olympischen Spiele mindestens 5€ an ein LGBT-Projekt (z.B. Vorschläge von Sofakante) spenden, verlost

Bürgerschaft Bremen: Piratenpartei wählen, jetzt erst recht!

Heute wurden die Server der Piratenpartei beschlagnahmt, weil sich auf diesen ein Aufruf zu einer strafbaren Handlung befunden haben soll. Ein Rechtshilfeersuchen aus Frankreich lag dem Staatsanwalt vor, wo dies angezeigt wurde. Es soll sich dabei um einen Aufruf im Piratenpad handeln, eine Seite, an der jeder unangemeldet in Echtzeit mitschreiben kann. (Warum man die Server beschlagnahmen muss, um zu ermitteln, vor allem, wenn es sich um eine Partei handelt, erschließt sich mir nicht ganz…)

Nicht, dass ich diese Aktion als politisch bezeichnen will, aber mir scheint, den anderen Parteien, die zur Bürgerschaftswahl in Bremen kommenden Sonntag antreten, passt es ganz gut, dass die PPD nicht mehr im bevorzugten Medium werben kann.

Trotzdem – oder gerade deshalb – benötigt die Piratenpartei in Bremen am kommenden Sonntag deine Stimme.

Mehr Infos zum Beispiel bei heise.de, eine rechtliche Bewertung im lawblog, Piratenpartei Baden-Württemberg, bei see-online.info und bei Twitter / identi.ca mit dem Hashtag #servergate

Firmen sollen für surfende Mitarbeiter (m/f) zahlen

Wenn zukünftig Mitarbeiter_innen aus dem Büro heraus auf Medienseiten surfen, müssen deren Arbeitgeber hierfür bezahlen. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: wir sprechen von ganz normalen, offenen Medienseiten.

[...] nicht nur Internetkonzerne, auch die Leser der Verlagsangebote sollen zahlen, zumindest wenn sie die Informationen beruflich nutzen oder mit einem Rechner an ihrem Arbeitsplatz sitzen. Wie die Zahlungspflicht konkret umgesetzt werden soll, lässt [Christoph] Keese in Köln allerdings gezielt offen. Wie im Business-to-business-Bereich üblich werde man auf die Unternehmen zugehen und ihnen ein Vertragsangebot machen. Dabei hätten die Unternehmen ausdrücklich auch die Möglichkeit auf die Nutzung der Verlagsangebote zu verzichten. “Dass Unternehmer nein sagen und trotzdem das Angebot nutzen, kann ich mir das einfach nicht vorstellen”, erklärte Keese.

Der gesamte Artikel bei heise.de zeugt von reiner Arroganz (oder Hybris) des Axel Springer-Lobbyisten. Letzten Endes handelt es sich wieder mal um den verzweifelten Versuch, ein veraltetes Geschäftsmodell durch gesetzliche Vorgaben zu retten. Die Medien müssen sich nicht dem Markt anpassen, die Merkel sorgt schon dafür, dass sich der Markt anpasst.
Siehe dazu auch den Artikel bei …Kaffee bei mir? Im Kommentarbereich ein sind auch ein paar Links zum Thema aufgeführt. Außerdem gibt’s beim Rheinischen Merkur einen interessanten Artikel zum Thema Medien und Internet: Vom Regen in die Traufe (via BILDblog)