Gestern war der 01. Mai. Es gab einige Demos: zum Einen von Rechten + Gegendemos, zum Anderen von Gewerkschaften. Dabei haben sich SPD und DGB versöhnt. (Zwischenzeitlich war der DGB eher als Steigbügelhalter der Linken aufgetreten.)
Die rechten Demos waren ziemlich groß (In Nürnberg z.B. sollen es 1.000 Rechte gewesen sein). Die Gegendemos - wie gewohnt - noch größer. In Berlin, Hamburg, Nürnberg, Neustadt an der Weinstraße gab es - wieder einmal - Ausschreitungen von Deppen “Autonomen”. In Nürnberg hatte die Stadt vorgeschlagen, die Straßen, durch die die rechte Demo gehen sollte, zu entvölkern - den Rechten also die kalte Schulter zu zeigen. Dieser Aufruf wurde von antifaschistischen Organisationen kritisiert. Ich denke, zu Recht. Es darf nicht der Eindruck erweckt werden, Angst zu haben. Darum wäre es sicher besser gewesen, vor jedes Fenster dort ein Bettlaken mit antifaschistischen Sprüchen zu hängen und den Nazis so zu zeigen, dass sie nicht erwünscht seien.
Die Gewerkschaften haben sich nun wieder mit der SPD versöhnt. Die Aganda-Politik hatte sie soweit verärgert, dass zur Wahl der Linken aufgerufen wurde. Seitdem die SPD wieder auf Linkskurs ist und sich wieder zurück in die kuscheligen 80er Jahre bewegt, die die Gewerkschaften nie verlassen hatten, sind sie nun alle wieder lieb Freund. Es ist ja auch viel einfacher, Probleme zu negieren anstatt sie zu bewältigen. (Das möchte ich auch der CSU angesichts der aktuellen Umfrageergebnisse zurufen, das gehört hier aber gar nicht her…)
Gerade gekauft: DEN.C.T.BUG - Live in Weissenburg DVD
Sehr cool. Die Qualität ist wirklich sehr ordentlich, wenn man bedenkt, dass eben kein riesiger Tross an Kameraleuten, Sherpas und Co. dran hängt.*
Dafür ist das Bild, das DCTB von sich liefert, umso besser. Das Konzert macht den beiden sichtlich Spaß und auch dem Publikum gefällt’s - und das ist das Wichtigste!
Zurück zur DVD. Auf dieser sind sechs Lieder enthalten (plus Intro), u.a. Boogeymann und Straftäter. Laufzeit etwa 35 Minuten. Ein paar Extras gibt’s auch noch…
Wo gibt’s die DVD? Auf der Webseite von DEN.C.T.BUG Wieviel kostet sie? 12 Euro (inkl. Porto, Verpackung) Ein Autogramm gibt’s kostenlos dazu!
Fazit
Es lohnt auf jeden Fall, die DVD zu kaufen. Und nicht nur für Fans, sondern auch für solche, die es werden wollen (und werden werden).
Musikalisch bewegen sich DEN.C.T.BUG irgendwo zwischen VNV Nation und Suicide Commando. Vielleicht in Richtung ältere (und härtere) VNV Nation-Stücke. Die Texte sind deutsch, was mir sehr gut gefällt - auch jenseits sämtlicher Deutschtümelei.
* Eben darum ist das Bild teilweise etwas verrauscht und der Sound leicht verwaschen, nachvollziehbarerweise, denke ich…
So überschreibt die Ems-Zeitung heute einen Artkel (nicht online). Nachdem gestern angekündigt wurde, dass Madeleines Eltern ein Buch schreiben wollten (der Erlös soll gespendet werden), wird heute berichtet, dass der ehemalige Chef-Ermittler ebenfalls ein Buch schreiben wird.
Es erschließt sich mir jedoch nicht ganz, warum bei zwei Büchern von einer Bücherflut gesprochen wird…
Die Ernährer eines Kätzchens gingen auf den Balkon, um dort zu rauchen. Das Miezekätzchen wollte auch mit raus und sprang auf den Türgriff - allerdings bedeutet das bei Balkontüren meist nicht “öffnen” sondern “verriegeln”. Zum Glück hatten die Ausgesperrten ein Schnurlos-Telefon dabei und konnten die Polizei anrufen. Die sollten an der Tür klingeln, um die 10jährige Tochter zu wecken. Aber diese hat offenbar einen gesunden Schlaf. Die Feuerwehr wurde gerufen, die konnte die Tür aufsperren.
Ich habe jetzt auch mal die Aktualisierung gewagt, gleich den Versionssprung auf die Version, in der schon die ersten Fehler bereinigt sind…
Das Backend ist ganz schön hässlich, AJAX lässt grüßen: warum übersichtlich, wenn’s auch flashy geht?!
Wenn ihr irgendwas komisch findet oder irgend etwas nicht mehr geht - einfach melden!
Auf der gulli-Startseite stehen gerade zwei Artikel, die ich euch nicht vorenthalten möchte.
Bundestag für Einhaltung der Pressefreiheit
Der Bundestag hat einen Antrag der Fraktionen der SPD und der CDU diskutiert, in dem die Bundesregierung dazu aufgefordert wird, sich weltweit für die Einhaltung von Presse- und Meinungsfreiheit einzusetzen.[...]
Die Bundestags-Debatte zum Thema war allerdings vor allem von deutlicher Kritik an der Situation in Deutschland geprägt. Vertreter von Grünen, Linkspartei und FDP gingen dabei deutlich auf die aktuelle BND-Affäre ein. “Über die Beurteilung von Vorgehensweisen im Ausland herrscht meist sehr schnell Einigkeit, aber die Fehlentwicklungen, die wir im eigenen Land in den letzten Jahren erlebt haben, werden nicht angesprochen”, bemängelte der FDP-Abgeordnete Florian Toncar die mangelnde Selbstkritik der Großen Koalition.
Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung stärkt die Pressefreiheit
Bundesinninenminister Wolfgang Schäuble ist ja für seine Terror-Panikmache und die daraus resultierenden Überwachungsfantasien schon bekannt. Nun jedoch versucht er nicht, die Überwachung mit weiteren Terrorwarnungen zu rechtfertigen, sondern sieht im Gegenteil in der Novelle des Telekommunikationsgesetzes eine Stärkung der Pressefreiheit.[...] Dabei lässt er jedoch außer Acht, dass der größte Knackpunkt beim Thema “Pressefreiheit” der so genannte Informantenschutz ist. Dieser wird durch die Vorratsdatenspeicherung nahezu vollkommen ausgehöhlt. Ein Journalist hat nämlich sehr wenig davon, dass er selbst von Überwachung verschont bleibt, wenn seine Informanten nicht mehr zum vertraulichen Gespräch bereit sind.
Es stellt sich wirklich die Frage, was die Pressefreiheit wert ist, wenn Polizei und Geheimdienste vermischt und nicht selbst überwacht werden. Wenn selbst die Polizei sich nicht an Gesetze hält - und dies auch keine Folgen hat. Wenn Unbescholtene und eigentlich Unverdächtige nicht sicher sein können. Naja, solange die B-Zeitung nicht protestiert, solange es kein Tempolimit gibt, solange Fußball nicht verboten wird… traurig, nicht war?!
In vielen großen deutschen Tageszeitungen - so berichtet golem.de - erscheint heute ein offener Brief an die Kanzlerin, unterzeichnet von sogenannten Kreativen, in der gefordert wird, dass zukünftig der Internetverkehr der User von den Providern überwacht wird, und diese die User verwarnen, wenn sie Urheberrechtsverstöße feststellen. Des Weiteren sollen die Musikindustrie gemeinsam mit den Providern Urheberrechtsverstöße verfolgen dürfen, ohne Einschaltung der Justiz. (Letzten Endes bedeutet dies, dass diese kreativen Köpfe Freunde von Diktatur und Überwachung sind.) Zu diesen Vorschlägen schreibt golem.de
“Genau solche Maßnahmen waren allerdings auch Anfang April vom Europäischen Parlament ausdrücklich abgelehnt worden.”
Im Brief wird behauptet: “70 Prozent des Internetverkehrs [entfallen] auf die - leider meist illegale - Tauschbörsennutzung“. golem.de schreibt dazu “Woher diese Zahl stammt, bleibt offen.” Ich dagegen meine, dass 10% des Internetverkehrs auf die illegale Tauschbörsennutzung entfallen.
Der offene Brief liegt - in seiner gesamten “kreativen” Unlesbarkeit - hier zum Download bereit.
[Update 1]
Bei Falk gibt’s den Beweis, dass es auch anders geht. Nämlich Bands (wie Wynardtage, Superikone, davaNtage, all:my:faults, Advocatus Diaboli sowie die kongenialen DEN.C.T.BUG), die Musik um ihrer selbst willen machen und ihre Hörer (bzw. Fans) nicht für Verbrecher halten:
Ultra Dark Radio - Compilation III. “Mensch und Maschine” - zum freien Download. Wer die Musiker unterstützen will, darf sich mit einem geringen Obolus (> 0,40 Euro pro Lied) bedanken. Wenn das nicht fair ist.
Mehr bei Xenobiotic
Bei Nerdcore gibt’s ‘ne Antwort zum Brief. (via Falk)
[Update 2] golem.de meldet heute (26.04.08), dass sich der Kulturstaatsminister (klingt irgendwie nach Frankreich: Protektionismus allüberall…) sich hinter die Forderungen der Musikindustrie und sogenannten Künstler stellt. Von dieser Regierung kann man ja eh nicht viel erwarten…
(Und jetzt auch endlich die Antwort bei Nerdcore verlinkt. Sorry!)
Eine Untersuchung der EU belegt, dass die Bürger es zwar einsehen, dass bei der Terroristenjagd neue Wege gegangen werden müssen, aber dagegen sind, dass dies auf Unverdächtige ausgedehnt wird.
Ein paar Ergebnisse (zusammengefasst von Daten-Speicherung.de)
50% der Deutschen meinen, ihre Daten seien in Deutschland nicht ausreichend geschützt.
50% der Deutschen meinen, im “Kampf gegen den internationalen Terrorismus” sollen nur die Fluggastdaten von Terrorverdächtigen überwacht werden dürfen.
55% der Deutschen meinen, im “Kampf gegen den internationalen Terrorismus” solle eine Überwachung der Kreditkartennutzung nur von Terrorverdächtigen zugelassen werden.
59% der Deutschen meinten, im “Kampf gegen den internationalen Terrorismus” solle die Überwachung der Internetnutzung nur bei Terrorverdächtigen zulässig sein.
63% der Deutschen meinen, im “Kampf gegen den internationalen Terrorismus” solle eine Telefonüberwachung nur bei Terrorverdächtigen zulässig sein.
Im zeitlichen Vergleich hat die Akzeptanz vor Überwachungsmaßnahmen in den letzten Jahren leicht zugenommen. Gleichzeitig wird aber verstärkt eine Beschränkung der Maßnahmen auf Verdächtige sowie eine richterliche Kontrolle gefordert.
85% der Deutschen trauen der Polizei eine korrekte Datenverarbeitung zu, 66% den Steuerbehörden.