Mudflation bei ESO

Nyx vom Hades bei ESO

Nyx vom Hades bei ESO

Über ESO habe ich ja bereits geschrieben. Ich möchte hier aber einen Aspekt des Spiels genauer anschauen, der mir immer wieder auffällt, und immer aufs Neueste fasziniert: wie Bethesda/Zenimax Online (ZOS) mit dem Problem der Mudflation umgeht.

Mudflation laut wikipedia

eine spezielle Form der Inflation innerhalb von virtuellen Spielwelten, wie MMORPGs oder MUDs. Es bezeichnet den Verfall der Währung oder den Verfall der Nützlichkeit von Gegenständen (etwa Waffen, Rüstungen usw.) und geht einher mit dem Verfall von Spielinhalten. Im Prinzip wohnt Mudflation allen (Spiel-)Systemen inne, die zentral auf Level-Ups und »Machterhöhung« der Spieler aufbauen und durch unendlichen Zufluss von Gegenständen und Spielwährung gekennzeichnet sind.

Letzten Endes muss ZOS also irgendwie Geld bzw. Gold aus dem Spiel holen oder bereits verhindern, dass Spieler es verdienen. Und das Abziehen im besten Fall ohne eigentliche Gegenleistung (Verkäufe).

Also wie macht ZOS das? Das ist das Thema dieses Beitrags.

Die „klassischen“ oder bekannten Möglichkeiten, die auch im wikipedia-Artikel genannt werden, werden genutzt: Schnellreisen kostet zum Beispiel Gold, wenn es nicht von einem Schnellreisepunkt (Wegschrein) ausgeht, Rüstung (bzw. Kleidung) verschleißt und muss gegen Gold – oder Reparaturkits, die z.B. gegen Gold verkauft werden – geflickt werden.

Aber auch sonst gibt es weitere Wege, die genutzt werden.

Sehr spannend finde ich folgenden: wenn man Einrichtungsgegenstände für das eigene Haus oder Zimmer baut (kaufen kann man nur wenige und die auch sehr teuer), benötigt man spezielle Materialien wie z.B. Pech in größeren Mengen (9 Stück). Pech kann man nicht kaufen (außer über chinesische Farmen gegen Echtgeld, was gegen die Bestimmungen von ZOS verstößt). Man erhält es allerdings mit einer geringen Wahrscheinlichkeit, wenn man hölzerne Gegenstände – Waffen und Schilde – „verwertet“ (in Einzelteile zerlegt). Das heißt, man verkauft diese Gegenstände nicht, sondern verwertet sie, um das eigene Heim zu verschönern. Das Verwerten sorgt also dafür, dass Werte vernichtet werden.

Wer sich mit dem Spiel auskennt, wird jetzt entgegnen, dass das eigene Heim keinen Wert an sich besitzt, sondern eher der Selbstdarstellung dient.

Ja, das stimmt. Aber man benötigt zum Beispiel Pech auch, um Holzwaffen zu verbessern. Da allerdings benötigt man bis zu 5 Stück.

Und da haben wir die nächste „Gemeinheit“ (ich hielt das immer für gemein von ZOS, bis ich das Thema Mudflation entdeckte): für die Verbesserung von Holzwaffen nutzt man 1-5 Pech. Jedes Stück bietet eine Wahrscheinlichkeit von 20%, dass der Vorgang gelingt. Im schlimmsten Fall geht es auch bei 80% schief: in der Folge sind die Waffe und 4 Pech verloren.

Bei der nächstgrößeren Verbesserung ist die Wahrscheinlichkeit des Gelingens pro Stück geringer als 20%.

Damit sorgt ZOS also dafür, dass Waffen und Rüstung nicht verkauft, sondern verwertet werden.

Eine weitere coole Art, wie ZOS Mudflation bekämpft, ist mir kürzlich aufgefallen: die Spieler_innen dazu bringen, Geld auszugeben, um die Möglichkeit zu erhalten, Dinge ohne Wert an sich kaufen zu können.
Klingt kompliziert, deshalb erkläre ich das.

Wenn man bei einem Verbrechen (Einbruch, Diebstahl, Mord) erwischt wird, wird ein Kopfgeld ausgesetzt. Wenn dieses hoch genug ist – man sich also genug zuschulden kommen ließ – greift die Wache an, sobald sie einen sieht. Und kämpft bis zum Tod des Schuldigen. Ob man die Wache besiegen – töten – kann, weiß ich nicht. Aber sie gehört zumindest zu den allerstärksten Gegnern im Spiel. Also am besten sich nicht erwischen lassen, wenn ein Kopfgeld ausgesetzt ist.
Das Kopfgeld verfällt langsam, aber so lange kann man halt in keine Stadt rein.

Es gibt zwei Möglichkeiten, es loszuwerden: es an die Wache oder an Hehler zu bezahlen. Die Wache nimmt einem auch gleich alle gestohlenen Gegenstände ab, die man hat, Hehler_innen tun das nicht.

Wenn man 100.000 Gold gezahlt hat, um ein Kopfgeld zu begleichen, erhält man eine Errungenschaft namens „Verbrechen zahlt sich aus?“ und kann sich ein Banner für das eigene Heim für 5.000 Gold kaufen.

Ich bin schon ein wenig scharf auf dieses Banner… aber 100.000 Gold sind echt ne ganze Menge.

Ich hoffe, ich habe euch ein wenig die Hintergründe von Eigenarten von ESO näher gebracht. Also, so wie ich sie verstehe… 🙂

Urheberrechte
Sämtliche Rechte für den Screenshot liegen bei Bethesda/Zenimax Online. Das Bild fällt nicht unter die CC-Lizenz wie der Text in diesem Beitrag.

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