social web: Bin ich ein Schwarzseher?
Silke von paulinepauline hat einen spannenden Artikel zu Verlinkung innerhalb von Social Websites über Google (mithilfe von XFN und APIs) geschrieben. Das klingt alles sehr gut und spannend, selbst, wenn man kein Freund von Google ist…
Aber trotzdem beschleicht mich dabei ein sehr ungutes Gefühl.
Inzwischen frage ich mich, ob ich nicht besser mein last.fm lösche und unter neuen Namen anfange, ebenso mit flickr verfahre und auch mein Blog von diesen Seiten trenne. Irgendwie wird mir das langsam alles zu gefährlich. Ihr, meine Besucher, könnt euch durch das Lesen meines Blogs, das Ansehen meiner Bilder, das Hören meiner Musik ein – mehr oder weniger – detailliert und treffendes Bild von mir machen. Dazu sucht befragt ihr noch Google und ich bin nackt.
Irgendwie gefällt mir das alles nicht…
Da stellt sich mir die Frage, ob ich – bzw. wir Kritiker dieser Vernetzungsgeschichten – einfach Schwarzseher sind oder das doch in einem gewissen Sinne gefährlich ist. Wer könnte diese Frage beantworten?
Ist diese Schöne neue Welt gut oder schlecht? Es ist sicherlich so, dass die Menschen mit ihren Daten bzw. den preis zu gebenden Informationen vorsichtig sein müssen. Arbeitgeber, die B-Zeitung bzw. Medien… sie alle suchen im Web nach Informationen zum Einzelnen. Wenn der vernetzte Mensch diese gefährliche Klippe umschifft hat*, bleibt tatsächlich nur noch ein ungutes Gefühl. Das Gefühl, ein öffentlicher Mensch zu sein.
Vielleicht aber habe ich auch unrecht und bin nur einem alten Denken verhaftet…
Bild: wikipedia
* Ist das möglich? Widerspricht das nicht dem Sinn des Vernetztseins? Muss sich der Einzelne nicht auch mit den Freunden bei Dummheiten zeigen? Geht nicht der Gedanke, sich nur mit sauberen Informationen à la xing zu präsentieren, in die falsche Richtung?
Muss sich nicht eigentlich die Gesellschaft ändern, in der es möglich und erlaubt ist, Blödsinn zu machen?
Wird sie das? Kann sie das?

