Für oder wider unser Land?
Arbeiten die Bahn-Gewerkschaften für oder gegen unser Land?
Ich hatte die Streiks der GDL ja kritisch aber eher emotionslos begleitet. Die Lok-Führer verdienen zwar echt wenig, aber andererseits ist die Abspaltung echter Wahnsinn. Dies läuft auf eine Zwei-Klassen-Arbeiterschaft hinaus. Insofern sollte jeder andere Bahnmitarbeiter gegen den neuen Tarifvertrag sein. Aber es geht jetzt gar nicht um die GDL.
Sondern um Transnet und GDBA:
die Bundesregierung überlegt, für den Börsengang der Bahn den Konzern aufzuspalten. Bestimmte Teilbereiche werden privatisiert, das Netz bleibt in Bundeshand. Das ist verfassungsmäßig am besten. Der Wettbewerb - gegen den die Gewerkschaften freilich sind - wird gestärkt bzw. erst ermöglicht und somit hat es für die Bürger die meisten Vorteile.
Den alten Privatisierungsgedanken (alles bleibt wie es ist, das Netz wird der Bahn überlassen, der Bund kommt für dieses auf und kann’s in X Jahren zurückkaufen) haben die Medien, diverse Blogs ja bereits bewertet. Der war und ist Bullshit! Außer für die Bahn und deren Bediensteten, die so keine Angst vor Wettbewerb haben mussten. Die SPD wollte ja diese idiotische Art der Privatisierung, weil sie Angst vor den Bahnlern hat.
Nun wollen die genannten Gewerkschaften streiken, um diese Privatisierung zu verhindern. Insofern dürfte meine Eingangsfrage beantwortet sein…
Isch gönnt gotzen!
Spannend ist freilich, dass, wenn der Streik erfolgreich ist, der Beweis erbracht wurde, dass die Bahn zerschlagen werden muss. Deutschland braucht genau den Wettbewerb, um von den Launen dieser Leute unabhängig zu sein.
Quelle: SZ

on
November 9th, 2007 at 20:03
also ich finds voll und ganz ok, dass die Jungs streiken
on
November 9th, 2007 at 21:35
Findest du okay, dass die GDL jetzt streikt oder dass Transnet und GDBA streiken wollen? Wie gesagt, eigentlich habe ich gar nichts gegen den GDL-Streik, er hat nur die Schwächung von den anderen Gewerkschaften zur Folge…
on
November 9th, 2007 at 21:44
ja stimmt, dass die anderen Gewerkschaften dadurch geschwächt werden is an sich negativ. Allerdings denke ich, dass transnet so groß is, dass das nicht allzu sehr ins Gewicht fällt. Wobei man das auch nicht so einfach sagen kann.
Grundsätzlich find ich nur eben alles gut, was Mehdorn und den potentiellen Börsengang schwächt. Von daher find ich den Streik gut
on
November 9th, 2007 at 21:50
Transnet ist sicherlich groß, aber die Lokführer sind schon sehr wichtig. “Alle Räder stehen still wenn dein starker Arm es will” und so… Darum geht es mir, die Zugbegleiter könnten wohl nicht so viel erreichen - und wären sicher leichter ersetzbar…
Mehdorn schwächen ist sicherlich nicht schlecht. Gegen den Börsengang habe ich - wie beschrieben - allerdings nicht ganz so viel, sofern er ordentlich erfolgt…
on
November 10th, 2007 at 14:39
ich befürchte nur, dass die Bahn zu günstig dabei weg kommt, und letztölich wir alle dafür zu viel zahlen werden
on
November 10th, 2007 at 14:48
Genau das wäre mit dem ursprünglichen Plan passiert. Dagegen haben sich ja diverse Medien und Politiker ausgesprochen. Derzeit ist es ja so, dass die Bahn im Inland verdient und das sicher und mit dieser Sicherheit im Rücken viel Geld in andere Bereiche steckt. Und darüber ihr Kerngeschäft vernachlässigt; es sei denn, es geht um nette Leuchtturmprojekte: Transrapid, superschnelle ICE-Strecken… und der Regionalverkehr wird immer schlechter. Deshalb muss die Bahn ja auch das Streckennetz abgeben: damit Wettbewerb ermöglicht wird.