Aktuelle Politik – meine Meinung
Bislang habe ich mich in Bezug auf Killerspiele ja darauf beschränkt, polemisch auf die täglichen idiotischen Ideen zu reagieren. Langsam, denke ich, sollte ich mal ein paar konstruktive Gedanken zum Thema äußern.
Ob Killerspiele (was auch immer das sein mögen) verboten werden, ist für mich persönlich eigentlich nicht so wichtig. (Ich hatte auch schon lange vor dem Internet eine Kopie von Wolfenstein 3D – wer hatte das nicht?!) Was mich nervt, ist,
- das Politiker ihre Meinung zu Themen äußern, von denen sie absolut keine Ahnung haben, und es offensichtlich auch nicht für nötig halten, sich zu informieren. Diese ignorante Unwissenheit nervt,
- das es heute immer noch adäquat ist, mit einfachen Lösungen auf komplexe Probleme zu reagieren. (Genau dies wird übrigens immer bei radikalen Parteien kritisiert.)
Auch wenn Beckstein, Schünemann und andere Populisten etwas anderes behaupten, es gibt keinen klaren Beweis für Korrelationen zwischen Killerspiel-Spielen und fortgesetzter Aggressivität. Das gleiche gilt für Softair und Gotcha. Ich finde diese Spiele, Sportarten zwar grundsätzlich interessant, aber sie liegen mir eher nicht. Ich konnte und kann gut ohne sie leben. Nur weil irgendwer glaubt, dass es hier Zusammenhänge gibt, wird einfach mal verboten. Ich denke, es gibt einen Zusammenhang zwischen Volksmusik und Aggressivität – ich werde beim Hören dieses Gegrunzes* immer aggressiv. Verbieten wir es doch. (Argumente gelten natürlich dann nicht, wenn die eigenen Wähler (bzw. die B-Zeitung) selbst betroffen sind.)
Ich habe ja bereits ein paar Worte zum Thema Umweltschutz und die Reaktionen der Politik auf den jüngsten Bericht verloren. Huber, der mögliche nächste Parteichef der CSU hat sich ja auch ungefragt geäußert und damit seine Qualifikationen unter Beweis gestellt. Er meinte nämlich, dass D nicht ein Land von Kleinwagenfahrern werden dürfe. Wer ansatzweise intelligent ist, merkt, dass diese inhaltsleere Aussage reiner Populismus ist und insofern vollkommen sinnfrei. Aber die CSUler mögen sowas sicher gerne hören… wer Beckstein mag… Frau Künast dagegen schlägt vor, asiatische Autos zu kaufen (die Martina hat das auch schon vor einiger Zeit geschrieben – sie hat offensichtlich illustre Leserinnen).
Wir haben unsere Großeltern gefragt, warum sie nichts gegen den Nationalsozialismus unternommen haben, wir werden von unseren Enkeln gefragt werden, warum wir nichts gegen die Umweltzerstörung getan haben. Wir können uns nicht mit Nicht-Wissen herausreden!
Fazit
Ich frage mich, wie wir die Probleme des 21. Jahrhunderts lösen wollen, wenn wir Politiker wählen, die den Ausbau der Atomenergie forcieren wollen, weil die Ölreserven bald erschöpft sind – wenn unsere Autos nicht mit Strom betrieben werden, sondern weiterhin mit Öl. Und die sich gleichzeitig dagegen aussprechen, dass die Automobilindustrie gezwungen oder geneigt gemacht wird, umweltfreundlichere Autos zu bauen, indem sie sich mit Händen und Füßen gegen ein Tempolimit oder eine gesetzgeberische Maßnahme zur Verminderung des CO2-Ausstoßes wehren. Aber die Umweltlobby - selbst unterstützt von der UN - hat wesentlich weniger Macht als die Industrie.
* Volksmusik: was kann man von einem Schwein anderes erwarten, außer Grunzen? (Sean O’Casey)