Abmahnwahn - Opfer: das Saftblog
Gefunden beim Eckpfeiler: das Saftblog hat vor fast einem Jahr einen Artikel über die Olympischen Spiele gebracht und dabei den Fehler gemacht, die Olympischen Ringe abzubilden. Nun, genauer vor kurzem, flatterte bei denen eine Abmahnung vom Deutschen Olympischen Sportbund e.V. ins Haus. Gegenstandswert: 150.000 Euro.
Rufausbeutung, Urheberrechtsverletzung, Irreführung, Markenrechtsverletzung…
Aufgrund der folgenden Weblogeinträge, hatten wir gestern Post von einer Anwaltskanzlei, welche den Deutschen Olympischen Sportbund e.V. vertritt. Gegenstandswert 150.000 Euro.
Die Olympiade von Turin beginnt am Montag
Nacholympische Gedanken oder im Sport sind wir Spitze
Und allerspätestens jetzt sind wir uns ziemlich sicher, daß wir das Saftblog vom Netz nehmen werden. Wir sind weder in der Lage, jeden Eintrag vor Veröffentlichung juristisch prüfen zu lassen, noch die Kosten die mit einer Verpflichtungserklärung verbunden sind, finanziell zu tragen. So viel Geld verdienen wir nun auch nicht mit dem bißchen Saft.
Im Marketing-blog versucht Michael Schirp (Pressesprecher Deutscher Olympischer Sportbund) in einem offenen Brief die Wogen zu glätten und macht alles noch viel schlimmer. Er gibt ganz offen zu, dass Olympia nur noch eine Möglichkeit ist, Geld zu verdienen und dass alle, die mitmachen möchten auch bezahlen sollen. Wenn ich also Werbung in meinem Blog hätte, dürfte ich auch zahlen oder so. Ich denke, wir sollten zunächst schauen, ob für die Olympiaden Steuergelder verschleudert werden und dies dann ganz schnell unterbinden.
BRAVO, das trifft es. Schirp kann natürlich nicht anders. Aber das Abmahnunwesen durch den DOSB geht doch schon länger, nur mussten die bisherigen Opfer kuschen, während das Saftblog auf Bloggersolidarität hoffen konnte. Das Saftblog muss den Musterprozess führen, bestimmte Leute helfen hier schon dabei. Denn:
Statt dass das verfassungswidrige Olympiaschutzgesetz (OlympiaSchG) durch die längst überfällige Vorlage beim Bundesverfassungsgerichtshof dorthin befördert wird, wo es hingehört, nämlich a la basura, sprich in den Mülleimer der deutschen Rechtsgeschichte, treten nun auf Druck des DOSB und der von ihm finanziell abhängigen PR- und Werbeagenturen in zahllosen Blogs lauter schleimige nette “Vermittler” auf. Bravo. Diese wollen dem armen Saftbloggi “helfen”, damit nicht noch mehr Unglück passiert. Das ist Rückgrat - das ist Deutschland im Herbst.