Verbot von “Killerspielen” [Update 2]

Es hat also wieder einmal einen Amoklauf gegeben. Die Opfer und Hinterbliebenen tun mir ehrlich Leid, ich möchte und muss dies betonen, insbesondere weil meine nächsten Worte nicht in diese Richtung zu gehen scheinen.
Ein Amoklauf also. Und der Täter mochte “Killerspiele”. Und die Union, allen voran die Aktionisten, Populisten, Rattenfänger, möchten diese wieder einmal verbieten. (Komisch, dass ich noch gar nichts vom “Wissenschaftler” Pfeiffer gehört habe… ist der in Urlaub?! Der lässt doch normalerweise keine Möglichkeit ungenutzt, sich in Szene zu setzen und für ein Verbot zu werben. Die passenden Gutachten dazu liefert er ja immer gleich mit. Mit seriöser Psychologen hat so ein Sendungsbewusstsein nichts zu tun.) Stoiber und mein Lieblingsfreund Schünemann.
Herr Beckstein, der ja auch viel mehr weiß als jeder Psychologe scheint ja auch in Urlaub zu sein:

Dass solche Killerspiele die Hemmschwelle gegen Gewalt herabsetzen, ist für mich eindeutig, auch wenn wissenschaftliche Belege hierfür noch umstritten sind.

Quelle: Netzpolitik.org
Es ist ja auch offensichtlich, dass die Erde eine Scheibe ist…
Wieder einmal fordern diese Aktionisten also das Verbot. Dass es nichts bringt, ist unter Psychologen und Internetkennern unumstritten. Aber man hat ja wenigstens was getan. Starker Mann gespielt….
Und doch nicht geholfen. Die Probleme, unter denen die Menschen leiden, die später zu Amokläufern werden, sind damit absolut nicht gelöst. Aber dafür vom eigenen Versagen bzw. dem Versagen der Politik abgelenkt.

Doch was machen diese Menschen, wenn es trotz eines Verbots weiterhin zu Amokläufen kommt? Was wird dann verboten?

Marcel von Mein Parteibuch hat den Abschiedsbrief des Amokläufers veröffentlicht. Volker Diehl (Mein unprivates Tagebuch) macht sich auch so seine Gedanken über Amoklauf und Killerspiele.

Update
Golem.de hat zwei Artikel zum Thema. Im ersten geht es um das Verbot und die Aussagen der genannten Politker. Im zweiten um ein Gutachten. Es heißt dort “Gutachter sehen gute Chancen für Killerspielverbot”.

Ich sehe allerdings schlechte Chancen für ein Aktionismusverbot für Politiker.

Update 2
Bei dreisechzig.net habe ich einen Link zu einem Spiegel-Artikel gefunden, der beschreibt, warum ein Killerspiel-Verbot Unfug ist. Die FAZ findet die Idee offensichtlich auch nicht so gut.
Im stern-Blog äußert sich Gunnar Lott unter dem Titel “»Killerspiele«: Gottseidank, ein Sündenbock” zu dem Thema.

3 Responses to “Verbot von “Killerspielen” [Update 2]”

  1. Vielleicht hat der Amokläufer ja auch Teddybären gemocht, also sofort verbieten, diese gefährlichen biester. Und vielleicht mochte er auch Fahrrad-fahren, den Sommer, Bücher, etc……

    Falls ich mal Amok laufe: Ja, ich mag auch “Killerspiele”

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